Niemand muss alleine kämpfen - Teamarbeit in Patchworkfamilie und Beruf

Die aktuelle Situation bringt meinen Freund und mich erneut in einen Ausnahmezustand. Durch die Schließung der Kindergärten betreuen wir die Kleine in den „Papa-Wochen“ zwischen unseren zwei Vollzeitjobs von zu Hause aus. Wir teilen uns die Nachmittage auf, so dass ich von vier Nachmittagen zwei übernehme (die Vormittage sind bei uns schnell vorbei, weil die Kleine ein super Langschläfer ist und bis sie gefrühstückt hat und angezogen ist, quasi das Mittagessen anklopft). Es ist für mich nicht mal eine Frage, ob ich das mache. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Warum? Weil ich unsere Beziehung als Partnerschaft ansehe und damit agieren wir als Team. Team heißt nicht „toll ein anderer machts“. Von Anfang an bin ich mit der Beziehung eine Verpflichtung und eine Verantwortung eingegangen. Dieser kann und will ich mich nicht entziehen, nur weil es schwierig wird („was könnten die Kollegen/der Chef/die Chefin/die Leute… denken“) oder mit persönlichen Einschränkungen (Reduzierung des Gleitzeitkontos, keine Frei-Zeit, keine Selbstbestimmung…) zu tun hat. Mein Freund ist und war ehrlich dankbar. Auf seine Aussage „du musst das nicht tun“ – war meine Antwort: „Stimmt. Ich muss es nicht. Aber wir sind ein Team. Und als Team gehen wir das hier an.“ Hier ist übrigens der Unterschied zu anderen Familienkonstellationen. Als Bonusmama habe ich immer eine Opt-Out Karte, die ich ziehen könnte. Wir können nur als Team bestehen und als Team gewinnen.


Das kann ich auch 1:1 in meinen Arbeitsalltag übertragen. Ich bin ein absoluter Teamplayer. Das füreinander einstehen und der Gedanke „wir gewinnen nur als Team“ ist etwas, das ich in meine Projekte bei der Arbeit einfließen lasse. Sich als Team zu verstehen und zu agieren ist in „guten“ Zeiten sehr einfach. Kommt es aber hart auf hart, dann ist echter Teamzusammenhalt immens wichtig. Dafür muss man aber vorher bereits sehr in das Team investieren. Zeit, Vertrauen, Transparenz, Kommunikation. Und so wie man bei der Arbeit in die Beziehungen investieren muss, damit man erfolgreich ist; so muss man das erst recht in seiner Beziehung zu seinem Partner. Ansonsten steht man über kurz oder lang alleine da. Einzelkämpfer kann und darf es weder zu Hause noch im Beruf geben.


Teamarbeit ist erlernbar – davon bin ich nach wie vor überzeugt. Natürlich wäre es oft einfacher, Aufgaben selbst zu erledigen und nicht erst noch groß zu erklären, zu übergeben und zu akzeptieren, dass jemand die Aufgabe auch ganz anders löst als man selbst. Loslassen. Auch so ein Thema das mit der Teamarbeit kommt. Und zwar egal ob in der Partnerschaft oder im Beruf.


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