Auf (m)einer Reise zu mir selbst

Zum Abschluss meiner Agile Coaching Ausbildung wurden wir gebeten eine Art Abschlussrede zu verfassen und auf unserer virtuellen Bühne zu halten. Der nachfolgende Text ist meine Rede und mein Dankeschön an unsere Ausbilder und die phantastische Gruppe von Menschen, mit denen ich lernen und wachsen durfte.



"Als ich diese Reise begonnen habe, wusste ich nicht wohin sie mich führen wird. Um ehrlich zu sein, war ich gar nicht so freiwillig auf dieser Reise. Sicherlich: ich hatte mich gemeldet und irgendwie wollte ich mal wieder ein „Training“ machen – vor allem aber wollte ich Zeit nicht mit Arbeit verbringen. Und so bin ich in diese Gruppe von wahnsinnig tollen Menschen gestolpert, die mich von Anfang beeindruckt, ja fast schon eingeschüchtert haben. Diese ganzen agilen Projekte und Begriffe – von den meisten wusste ich nicht, was sie bedeuten. Ich hatte mich so gefühlt, als ob ich da nicht hingehöre. Ich konnte keine große Erfahrung vorweisen, nur ein bisschen von jenem und ein bisschen von diesem. Ich hatte Angst, dass jemandem auffällt, dass ich vieles nicht weiß und dass jemand zu mir sagt „na du traust dich ja was hier zu sein“. Und so kam es, dass ich zwar anwesend war, die meiste Zeit aber damit beschäftigt war nicht aufzufallen.


In der Mitte der Reise gab es die Möglichkeit sich Feedback abzuholen – ich wählte dafür Alex aus und was ich bekam, hat mich erschüttert. Er sagte zu mir: „wer ist eigentlich Julia? Wofür steht sie? Gesehen habe ich Julia noch nicht.“


Manchmal ist so eine Erschütterung, ein Erdbeben das wichtigste das passieren kann. Nämlich das alles in sich zusammen fällt, kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Dass es dunkel wird von dem ganzen Staub und Dreck. Innehalten. Und dann legt sich der Staub, die Sonne übernimmt wieder den Himmel und die Melodie der Welt kehrt zurück. Und ich erkenne: jetzt ist die Chance da es nochmal anders zu versuchen, ein anderes Haus zu bauen, vielleicht an einem ganz anderen Ort. Einen neuen Weg zu gehen und alles andere hinter sich zu lassen – nicht um sich nicht noch umzudrehen und alles zu vergessen. Sondern um sich zu erinnern, wer ich eigentlich sein möchte und dass ich nun eine neue, eine weitere Möglichkeit bekommen habe zu wachsen.


Mich zu trauen, endlich in das Einzelcoaching mit Dan-Felix zu gehen war ein großer Schritt für mich. Und mit jedem Gespräch, mit jedem gemeinsamen Spaziergang fand ich mehr zu mir. Mehr zu dem Bild das ich von mir zeichnen wollte, mehr zu der Frau die ich sein möchte.


Mein inneres Team zu erkennen, mit ihm zu arbeiten und nicht dagegen. Meinen Gefühlen einen Raum, eine Stimme zu geben und sie zuzulassen – in jedem Kontext, machen einen anderen Menschen aus mir. Eine Menschin, die in ihrer Mitte ist, die für andere Menschen Raum gibt, sich so zu zeigen, wie sie sind: ehrlich und wahrhaftig. Die Menschen begleitet, zu sich und ihren Emotionen zu finden und daran zu wachsen. Das ist es, was ich als Mensch, als Agile Coach, als Julia sein möchte. Daran möchte ich arbeiten – jeden Tag.


Ein wichtiger Teil der Reise endet heute. Bin ich angekommen? Nein. Werde ich jemals ankommen? Ich weiß es nicht. Macht mich das nervös? Nein, denn ich vertraue jetzt mir und dem Weg, der da noch kommen mag. Egal wie er aussehen mag, wie schwer es sich anfühlen wird und ob ich Umwege gehen werde – ich bin nicht alleine.


Und so möchte ich Danke sagen.

  • Ich bin dankbar für euch

  • Ich bin dankbar für jedes Modul, denn in jedem Modul gab es einen Aha-Moment, der mich hat wachsen lassen

  • Ich bin dankbar dafür, nun die Möglichkeiten zu sehen

  • Ich bin dankbar für die Klarheit, die ich nun habe

  • Ich bin dankbar für die vielen, vielen Lernchancen, die da waren, da sind und noch kommen werden"



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